Leitungswasser trinken: gesund oder ungesund?

Beim Wasserkonsum verlässt man sich hierzulande mehr auf das Wasser in Flaschen, da das Leitungswasser als schädlich gilt. Doch ist dies tatsächlich so? Im Folgenden wird näher darauf eingegangen, ob das Leitungswasser sich tatsächlich zum Trinken eignet und ob die Qualität des Wassers aus den Flaschen tatsächlich besser ist.

Leitungswasser in Deutschland

Das Leitungswasser in Deutschland gehört zu dem saubersten und am besten kontrollierten in ganz Europa. Sehr oft stammt das Wasser aus Wasserflaschen sogar aus denselben Quellen. Dennoch greifen die meisten Menschen lieber zu Wasserflaschen. Dabei ist dieses weder sauberer noch besser kontrolliert als das Leitungswasser. In manchen Fällen erweist es sich sogar qualitativ schlechter als das Leitungswasser.

Gesundheitsgefahr durch Leitungswasser?

Unser Körper benötigt täglich etwa 0,03 Liter Wasser pro kg Körpergewicht. Dies ergibt bei den meisten Menschen eine Menge von über 2 Litern pro Tag. Würde man den Wasserbedarf ausschließlich mit Leitungswasser decken, könnten tatsächlich geringe Mengen an Schadstoffen in unseren Körper gelangen und auf lange Sicht tatsächlich gesundheitlich bedenklich sein.

Kalk im Wasser: schädlich?

Das Gerücht, Kalk im Wasser sei schädlich, ist völlig unbegründet. Doch warum hält sich dieses Gerücht so hartnäckig? Dies liegt wahrscheinlich daran, dass im Volksmund Arteriosklerose und Demenz als „Verkalkung“ bezeichnet werden. Dabei haben diese Erkrankungen nichts mit Kalk zu tun.

Calcium gehört nämlich zu denjenigen Stoffen, welche in großen Mengen von unserem Körper benötigt werden. Selbst beim Trinken von sehr hartem Wasser würde der Bedarf an Calcium nur teilweise bedeckt sein. Dieser Stoff ist jedoch wichtig für die Erhaltung der Knochen, der Zähne und aller Gewebe im Körper. Zudem wird es für den Stoffwechsel benötigt.
Neben Calcium trägt Magnesium zur Wasserhärte bei. Durch das Trinkwasser wird es jedoch ebenfalls in nur geringen Mengen gedeckt. Dabei ist Magnesium wichtig für den Erhalt der Muskeln und Nerven. Wer sportlich aktiv ist benötigt noch mehr Magnesium.

Daher ist das Trinken von Leitungswasser vollkommen bedenkenlos und führt zu keiner Verkalkung im Körper.

Hormone im Trinkwasser

Laut einigen Untersuchungen werden Hormonreste aus dem Abwasser in Kläranlagen nicht beseitigt, sodass in vielen Flüssen Hormone zu finden sind.

Es handelt sich dabei besonders um weibliche Hormone – Estradiol und Östrogen. Diese richten bei Fischen und Fröschen erhebliche Schäden an, da sie unter anderem zur Verweiblichung der männlichen Individuen führen, woran die Paarungsfähigkeit leidet.

Diese Hormone stammen wahrscheinlich vom Gebrauch der Pille, welche von der Leber verstoffwechselt und mit dem Urin ausgeschieden wird. Doch die Dosen, welche beim trinken von Leitungswasser aufgenommen werden, sind sehr gering. Bisher wurde noch nicht wissenschaftlich erforscht, welche Langzeitwirkung diese auf den Menschen haben können.
Bei Männern kommen diese Hormone in sehr geringer Menge ebenfalls im Körper vor. Es ist derzeit unklar, ob die Aufnahme der weiblichen Hormone durch das Leitungswasser bei diesen Schäden anrichten können.

Doch Hormone wurden selbst in Flaschenwasser nachgewiesen.

Bakterielle Verseuchung

Die Kontamination des Trinkwassers durch Bakterien ist nahezu ausgeschlossen. Für eine Infektion ist eine sehr hohe Kolonienmenge erforderlich. Daher wird bei gefährlichen Bakterienarten darauf geachtet, dass diese vollständig ausgeschlossen werden. Als Ausnahme gelten die Legionellen, welche erst seit 1976 bekannt sind. Legionellen können schwere Krankheiten auslösen und sogar tödlich sein. Dabei erfasst die gesetzliche Legionellenprüfung nicht den gesamten Wohnungsbereich, sodass eine eigene Vorsorge empfohlen wird.

Schadstoffe im Trinkwasser

Die Verschmutzung des Trinkwassers durch verschiedene Schadstoffe und Schwermetalle gehört zu den größten Problemen der modernen Gesellschaft. Doch eine Belastung für die Gesundheit wird durch die entsprechend eng gestalteten Grenzwerte bei der Wasserprüfung praktisch ausgeschlossen. Die meisten Schadstoffe werden bereits in der Kläranlage entfernt, sodass sie nicht ins Grundwasser gelangen können.

Doch auch hier gibt es eine Ausnahme; nämlich Blei. Daher sollten Bleirohre nach Möglichkeit ausgetauscht werden, denn in den alten Wasserleitungen kann sich Blei in hohen Mengen ansammeln und schädlich für unsere Gesundheit sein.
Man kann auch eine Wasserprüfung im eigenen Haus durchführen lassen, um sicher zu gehen. Solch eine Prüfung umfasst sowohl das Vorkommen von Viren und Bakterien als auch das Vorkommen gefährlicher Stoffe. Daneben werden noch andere wichtige Wasserparameter ermittelt.

Zur Abwechslung kannst du auch mal einen leckeren Smoothie trinken. Gerade im Sommer kann das eine echte Erfrischung sein. Meinen Blogbeitrag dazu: Lecker und Gesund: Trink Smoothies!

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